Ach die Deutsche Bahn… Eigentlich tut man ihr viel zu selten oft Unrecht, wenn man über ihre Verspätungen, das Zerbersten von unschuldigen Schafsherden oder sonstige Unzulänglichkeiten in der Kundenbetreuung schimpft.
Bei meiner heutigen Heimfahrt hat mich die Bahn beispielsweise aus lauter Fürsorge ganze sechs Stunden in ihre Obhut genommen. Sechs Stunden und vier Minuten in liebevoller Zweisamkeit mit der OSB87331, dem RE19562 und nicht zuletzt natürlich auch dem RE4946. Und all dies nur, weil mich die dreckige Schlampe RE4706 in Triberg fast versetzt hätte.
Mit der Edel-Hostess IC2270 hatte ich mich bereits nach einen adequaten Ersatz umgesehen. Etwas räumütig und mit über 30 Minuten Verspätung erschien sie dann aber doch noch. 34 Minuten hat sie mich warten lassen. Bei 4° und Nieselregen. Aber ich ließ mir nichts anmerken. Ganz ohne Murren öffnete sie mir die Tür, so als sei nichts gewesen. Schon beim Einsteigen beschlich mich ein unbehagliches Gefühl.
Wir passierten Hausach. Und wir passierten Haslach. Ganz unvermittelte klingelte kurz vor Offenburg ihr Handy … vermutlich die beste Freundin … “Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug endet heute unplanmäßig in Offenburg. Fahrgäste bitte alle aussteigen.”
Offenburg… Der Bahnhof ist so trostlos, wie man ihn sich vorstellt, wenn man irgendwo in der Provinz ausgekotzt wird. Die öffentliche Bahnhofstoilette riecht, wie eine öffentliche Toilette zu riechen hat.
Klarer Standortvorteil für Furtwangen: Kein Bahnhof – keine verirtte Laufkundschaft, die mit der vorherrschenden Einöde konfrontiert wird.
Über Haslach und Hausach ging es nun weiter zurück. 25 Minuten in die Richtung, aus der ich bereits gekommen war, war tatsächlich die beste Verbindung, um meinen Zielbahnhof zu erreichen. Wolfach, Halbmeil, Schiltach, Alpirsbach, … es gab so einiges zu sehen.
Den Bahnhof von Lauda erreichte ich schließlich um 16:49 Uhr.
Gestartet war ich um 9:20 Uhr.
Frohe Weihnachten Deutsche Bahn.