Jetzt hat also auch die Stadt Stuttgart endlich ihre eigene StierkampfArena.
Schön.
Doch wirklich. Total schön…

Arena. Es gibt wohl kaum einen Begriff, der sinnbildlicher für die Anbiederung des Profifußballs an die Eventkultur steht. Business-Seats, Logenplätze, der Verkauf des Stadionnamens an internationale Großkonzerne.
Stadion. Ein jeder Fußballfan erinnert sich an seinen ersten Besuch eines Fußballstadions – eines Sportplatzes. Der saftig grüne Rasen. Der sanfte Geruch von Gras, Erde, Bier, Schweiß und Bratwurst liegt in der Luft.
Stadion. Dieser Begriff verkörpert das Ursprüngliche, das Traditionelle.
Viele Entwicklungen rund um den Fußball sind aus ökonomischen Gründen absolut nachvollziehbar. Mir ist es nur absolut schleierhaft, weshalb man sich selbst bei der Namensgebung aus freien Stücken vom Begriff “Stadion” verabschieden muss.
Mit einem “Stadion” lässt sich wohl nicht die hippe Eventkultur rund um “Schwaaaarz und Waaaaaissss”, Sommermärchen und EM-Parties verkaufen.
Dann doch lieber im Einheitsbrei versinken. Mercedes-Benz Arena, Allianz Arena, Commerzbank Arena, Veltins Arena, HSH Nordbank Arena, AWD Arena, BayArena, Schüco Arena, Volkswagen Arena, Signal Iduna Park …… äh halt, wie bitte?
Signal Iduna Park?!
Was hat die Entscheidungsträger nur bei dieser Namensgebung geritten…
Naja, eine parkähnliche große Grünfläche hat das ehemalige Dortmunder Westfalenstadion ja. Wobei in solchen Grünanlagen ja zuweilen der gepflegte Ballsport eher untersagt ist. Das würde dann zumindest den Dortmunder Rumpelfußball der letzten Jahre erklären.
Ob durch den bald anstehenden Umbau der Mercedes-Benz Arena in eine reine Fußballstadionarena auch die gewünschte Stimmungsverbesserung eintritt, wird sich zeigen.
Auszuschließen ist zumindest, dass der von Natur aus zum Bruddeln veranlagte Schwabe jemals mit einem ähnlichen Temperament in der Kurve stehen wird, wie es diese Panathinaikos-Fans bei einem Basketball-Spiel vormachen:
Deren Heimspielstätte ist übrigens noch immer das Apostolos-Nikolaidis-Stadion.

