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19.10.2007 | Permalink | Keine Kommentare

Furtwangen - Triberg - Karlsruhe - Mühlacker - Bietigheim-BissingenLauda - Tauberbischofsheim

11:10 Uhr: Mehr als überpünktlich erreiche ich die Bushaltestelle an der Ilbenstraße. Kurzzeitig schockiert nehme ich die Schulkinder auf der Gegenseite wahr. Ich werde doch nicht wieder einen Bus voller ADS-Schwarzwaldkinder erwischen? Ein kurzer Blick auf die Uhr beruhigt mich… noch lange kein Schulschluss.

11:25 Uhr: Der 7270er kommt pünktlich. Die Achse des Terrors hat noch nicht auf den Busverkehr übergegriffen. Gut so.
Die Tür öffnet sich und am Steuer sitzt ein echtes Unikat deutscher Busfahrerkunst. Blaue Strickweste, voluminöser Schnauzer und ein stromlinienförmiger Seitenscheitel, welcher in den Pausen sicherlich mit einem Hornkamm auf Passung gezogen wird.
Während die rechte Hand das Ticket entgegennimmt, wandert die Linke bereits reflexartig zu den Kopfhörern des mp3-Players. Scheinbar werden diese Busse alle standardmäßig mit SWR4 ausgeliefert…

12:05 Uhr: Umso verlassener der Bahnhof Triberg meist ist, desto mehr vergnügungssüchtige Touristen tummeln sich stadteinwärts zwischen all den Souvenir-Shops. Kuckucksuhren wohin man blickt. Ich habe nichtmal eine Armbanduhr. Die totale Parallelwelt.

12:37 Uhr: Bisher ist meine bewährte Ich-stelle-mich-schlafend-und-streck-die-Beine-aus-Takik voll aufgegangen. Jetzt sitzt mir ein extrem voluminöser Mann Mitte 40 gegenüber. Mein rechtes Knie ist zwischen seinen Knien. Sein rechtes Knie ist zwischen meinen Knien. Ich kann mich kaum bewegen – aber das möchte ich in dieser Moment auch garnicht.

13:48 Uhr: Eine große Werbetafel für das ZKM lässt mich wissen, dass Karlsruhe erreicht ist. Eine große Anzeigentafel lässt mich wissen, dass mein Anschlusszug 15 Minuten Verspätung hat. Die Achse des Terrors hat zugeschlagen…

13:55 Uhr: Die große Anzeigentafel lässt mich wissen, dass mein Anschlusszug 25 Minuten Verspätung hat. Zwei Idioten mit den Hosen in den Socken passieren mich. Hier möchte ich nicht eine Minute länger bleiben.

14:00 Uhr: Die große Anzeigentafel lässt mich wissen, dass mein Anschlusszug 15 Minuten Verspätung hat. Danke.

14:59 Uhr: Mit 26 Minuten Verspätung erreichen wir Mühlacker auf Gleis 1. Wohlwollend nehme ich zur Kenntnis, dass mein Anschlusszug um 14:59 Uhr ebenfalls auf Gleis 1 einfahren wird. Logischerweise steht er noch nicht auf Gleis 1, sondern fährt wenige Minuten später ein. Sehr schön.

15:27 Uhr: Wir erreichen Bietigheim-Bissingen auf Gleis 4. “Regionalexpress 4960 wartet abfahrbereit auf Gleis 10. Bitte beeilen Sie sich beim Umsteigen.” Alles reine Schikane.

16:49 Uhr: Wir erreichen den verranzten Laudaer Bahnhof auf Gleis 3. Auf Gleis 4 wartet RE4396 zur Weiterfahrt nach Tauberbischofsheim. Hier ist die Welt noch in Ordnung – hier wartet der Zug auf dem gegenüberliegenden Gleis.

16:59 Uhr: Der alt-erwürdige Bahnhof von Tauberbischofsheim ist erreicht. Es nieselt, aber das ist egal. Endlich zu Hause. Hier ist die Welt noch in Ordnung – hier wartet meine Mutter auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf mich

tbb_regenbogen



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Kann ich nicht so stehen lassen...

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